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Interview mit Semir Osmanagic PDF
Entdecker der Bosnischen PyramidenSeine Worte werden mehrfach gewogen und seine Interviews sind sehr begehrt sowohl in Bosnien, als auch im Rest der Welt. Die österreichische Zeitung Wieninternational hatte das Privilegium mit dem Entdecker der bosnischen Pyramiden zu reden und ihn vielleicht als Ausbäuter darzustellen. Ein spritziges Interview mit neuen Fakten. Das Interview mit Semir Osmanagic führten die "Wieninternational"-Mitarbeiterinnen Berina Filipovic-Kulenovic und Tijana Hrelja in Visoko.
Wieninternational: Wie kamen sie auf Pyramiden in Visoko? Durch Glück oder Erfahrung?

S.O.: Jedermann hat seine Lebensmission. Ich bin in den vergangenen 15 Jahren sehr viel durch Länder Süd- und Mittelamerikas sowie Europas gereist und habe uralte Kulturen erforscht. Inzwischen habe ich auch eine Dissertation über die Maya-Zivilisation vorbereitet und bin dafür durch 50 Städte Mittelamerikas gereist. Nachdem ich an die hundert Pyramiden gesehen und erklettert hatte, wurden meine Sinne geschärft. Als ich genau vor einem Jahr nach Visoko kam, gaben mir der erste Blick auf die Erhöhungen der Visocica, die ebenmäßige Geometrie und die Orientierung nach den Himmelsrichtungen ausreichend Argumente, um die Hypothese aufzustellen, dass es sich dabei um eine Pyramide handelt. Glück spielte dabei keine Rolle. Dank meinen Erfahrungen erkannte ich, dass es sich um pyramidenartige Formen handelt.

Wieninternational: Sie stellen dabei Verbindungen zwischen den Maya-Kulturen Mittel- und Südamerikas und den Visiko-Funden in Bosnien her. Warum?

S.O.: Die Maya-Zivilisation besaß in Tausenden ihrer Städte und Siedlungen Pyramiden. Die Verteilung von Pyramiden ist auch nicht zufällig. Pyramiden gibt es in Mexiko, Peru, Ägypten, China, Japan und in Bosnien-Herzegowina, also auf allen Kontinenten. Uralte Zivilisationen hatten eine besondere Auffassung von Pyramiden und suchten gezielt nach energetisch potenten Punkten, was die Neuentdeckung in Bosnien-Herzegowina bestätigt. Die bosnische Pyramide gleicht zwar vom Design her eher ägyptischen. Eine Verbindung der bosnischen zu den mexikanischen Sonnenpyramiden ist durch eine stufenförmige Pyramidenseite erkennbar, wo man nach steilen 30 Metern auf ein 2 Meter langes Plateau kommt usw.

Wieninternational: Welche konkreten Beweise wurden bisher in Visoko gefunden? Warum müssen uralte Völker diese Pyramide gebaut haben?

S.O.: Nach topographischen Karten konnten wir entdecken, dass zwischen den drei Pyramiden der Sonne, des Mondes und des Drachen ein Abstand von 365 Metern vorliegt. Außerdem bilden diese drei Pyramiden ein gleichschenkliges Dreieck mit je 60°. Im Verhältnis  von der Pyramidenspitze zum Polarstern gibt es nur eine Abweichung von 12'. Auf jeden Fall finden wir hier genug Beweise der sakralen Geometrie, was auch die These bestätigt, dass dies nur intelligente Zivilisationen gebaut haben können, und nicht der Stamm der Illyrer, wie manche behaupten. Das muss ein Stamm aus vor-illyrischer Zeit gewesen sein.
 
Wieninternational: Was veranlasst Sie und ihr Team außerdem, Pyramidenbauer in einer so fernen Zeit zu suchen?

S.O.: Der gefundene Kiesstein zeigt, dass es zu einer Überschwemmung in den Tunnel gekommen sein muss und diese Bauten vom Meer überflutet wurden. Dies geschah, als der Rest Europas mit Eis bedeckt war und hier eine Zivilisation lebte. Nach der Eisschmelze wurden diese Bauten schließlich überschwemmt. Der Kiesstein bildete einen Bodenstein auf den Monolithblöcken. Tunnel mit Halbkreiswölbungen, die wir entdeckt haben, verbinden pyramidenartige Bauten. Wir werden die Sedimente an den Tunnelwänden abkratzen und an der Materialzusammensetzung feststellen wie alt die Pyramide ist. Unsere Meinung ist, dass sie mindestens 15.000 Jahre alt sein muss. Die Tunneleingänge sind zwar klein, die Höhe der Durchgänge vergrößert sich aber allmählich und erreicht eine Höhe von 2,5 m, sodass Menschen aufrecht stehen können.

Wieninternational: Warum glauben Sie, keine 100%ige Unterstützung von Fachkollegen beispielsweise aus Sarajevo und der Region zu bekommen?

S.O.: Wann immer ein neues Projekt auftaucht, gibt es Menschen, die dafür oder dagegen sind. Je größer das Projekt, desto größer die Skepsis. Jedes neue Projekt und eine progressive Idee stoßen auf Widerstand. Dank dem Enthusiasmus und den Fachkenntnissen unserer Experten, die dazu beigetragen haben, dass unsere Anfangsthese auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, konnten wir sehr viele Menschen davon überzeugen, dass es sich um Pyramiden handelt. Rund 15 Analysen aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen haben das Projekt der bosnischen Pyramiden bestätigt. Die Kombinierung von geologischen und archäologischen Methoden mit ultramodernen Satellitenaufnahmen, Radaranalysen und thermischen Analysen bestätigten unsere These. So hat das Instrument ASTER auf dem Satelliten Terra, das sich seit 1999 als Kooperation der NASA und der japanischen Regierung im Erdumlauf befindet, nach Wärmeanalysen bestätigt, dass sich in dem Tal von Visoko vier Anomalien befinden.

 
Wieninternational: Was sind die ersten Ausgrabungsbefunde?

S.O.: Nach den archäologischen und geologischen Arbeiten vor Ort sowie nach den Ausgrabungen der vergangenen Tage können jetzt alle die glattförmigen Steinblöcke mit ebenmäßigen geometrischen Formen und spitzen Kanten sehen, die unsere materiellen Beweise dafür sind, dass Menschen diese 4mx5m großen Steinblöcke bearbeitet haben. Zu sehen sind auch 30m2 große Brunnen, wo wir in den vergangenen Tagen nach 30-70m tiefen Ausgrabungen auf die steilen Steinplatten gestoßen sind. Diese bilden die Wand der bosnischen Sonnenpyramide. Außerdem werden wir die cirka 20 ausgegrabenen Steinblöcke kategorisieren, unter denen sich auch handbearbeitete Steine mit Gravuren befinden. Nun müssen wir noch feststellen, ob diese Zeichen Werkzeugspuren sind oder ob es sich vielleicht um eine uralte Schrift handelt.

Wieninternational: Wann erwarten Sie die ersten bedeutsamen Ergebnisse?

S.O.: Ich erwarte, dass meine These über das Pyramidental bestätigt wird. Detaillierte Größenordnungen werden uns erst nach mindestens zwei oder drei Jahren intensiver Forschungen bekannt sein.

Wieninternational: Haben Sie Verständnis für Skepsis von Fachleuten wie einfachen Menschen?

S.O.: Da es sich um ein derart kolossales Objekt handelt, verstehe ich die Skepsis von Archäologen und Historikern. Sie haben in ihren Auffassungen einfach keinen Platz für solche komplexen Projekte. Generationen von Professoren und Studenten lernen seit Jahrzehnten auf die gleiche Art und Weise und finden sich mit dem "plötzlichen Auftauchen" der Pyramiden nicht zurecht. Neben dem Fachbereich besteht hier auch eine gewisse Eitelkeit. Der Widerstand gegen mich war sehr aggressiv. Die Leute waren der Meinung, wenn sie den Menschen, der diese Idee trägt, liquidieren, eliminieren sie damit auch die Pyramide. Ich bin jedoch nicht wichtig, sondern die Pyramide. Diese kolossalen Objekte hier kann niemand mehr negieren oder zerstören.

Wieninternational: Könnte die Entdeckung der Pyramide unser Geschichtsverständnis verändern?

S.O.: Die Geschichte wird man umschreiben müssen, nachdem wir festgestellt haben, wer, wann, warum und wie die Pyramide gebaut hat. Und auch unsere Wissenschaftler müssen aufhören, im 19. Jahrhundert zu leben und sollten gemäß dem 21. Jahrhundert denken und wirken.

Wieninternational: Hat jeder Zutritt zu diesem Projekt? Wer kann dabei mitforschen?

S.O.: Das ist keine elitäre wissenschaftliche Forschung, die einen engen Kreis von Menschen betrifft, wie zum Beispiel in der Medizin. Dieses Projekt ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Experten aus allen Bereichen, darunter Geologen, Geophysiker und Archäologen, aber auch Arbeiter, Studenten und alle Enthusiasten haben Platz in diesem großen Projekt, das sowohl uns als auch dem Weltkulturerbe gehört.

Wieninternational: Haben auch bereits Experten aus Österreich und Wien Interesse für das Projekt gezeigt?

S.O.: Die Anmeldung von ausländischen Fachexperten und Volontären wird erst erfolgen. Das ist ein Großprojekt, das viele Jahrzehnte an Arbeit erfordert. In zwei Jahren eröffnen wir auch den ersten europäischen archäologischen Park, der für Lehrende und Studenten eine gute Gelegenheit für ihre Weiterbildung sein wird. Außerdem werden wir neben diesen fünf pyramidalen Objekten vier weitere potenzielle Bauten in Bosnien-Herzegowina untersuchen und erforschen.

Wieninternational: Was möchten Sie unseren LeserInnen von wieninternational.at mitteilen?

S.O.: Ich empfehle ihnen, sich uns anzuschließen.
Das Interview mit Semir Osmanagic führten die "Wieninternational"-Mitarbeiterinnen Berina Filipovic-Kulenovic und Tijana Hrelja in Visoko.

Quelle: http://www.wieninternational.at/de/node/958

 
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